Wieder schließt eine Apotheke

Die letzte Apotheke in der Gießener Nordstadt verschwindet. Apothekerin Ingrid Quambusch hört am Samstag auf, ihren drei Mitarbeitern hat sie schon gekündigt. Die Nord Apotheke gibt es schon seit 60 Jahren, seit 1999 unter der Leitung von Ingrid Quambusch. Sie berät zu Ernährung und Homöopathie, und sie ist, wie viele Apotheken, auch eine soziale Anlaufstelle im Viertel. Die Anwohner verlieren also viel mehr als ein Geschäft.

Die Apothekerin (65) hätte gerne weiter gemacht, doch die Eigentumsverhältnisse des Gebäudes haben sich geändert. Ihr Mietvertrag läuft aus, und der neue Besitzer will die Räumlichkeiten nicht länger vermieten, sondern verkaufen. Für sie selbst kommt der Kauf nicht mehr in Frage, und so stirbt wieder einmal ein Stück Versorgungs- und Lebensqualität im Ort.

Kein Nachfolger, Konkurrenz aus dem Internet, zu wenig Ertrag, keine politische Unterstützung – Apotheken haben es nicht leicht dieser Tage. Es wird Zeit für eine grundlegende Reform des Systems, bevor noch weitere Apotheken schließen müssen!